Erste Mitgliederversammlung: Toleranz, Verständigung und Miteinander angestrebt

Schwarzwälder Bote; Von Bettina Bausch 08.06.2017 – 19:25 Uhr
 
Kulturinteressierte und kulturschaffende Menschen aus Calw und Umgebung haben den Verein „StadtLandKultur“. gegründet.
Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder-Bote

 

Calw. In Calw gibt es einen neuen Verein. Unter dem Dach vom „StadtLandKultur e.V.“ – Netzwerk für gesellschaftliches und kulturelles Miteinander im Landkreis Calw – wollen verschiedene Bürger und Vereinigungen zusammenarbeiten, die sich mit Kulturbefassen. „Personen, Gruppen und Vereine können Mitglieder werden und die Infrastruktur sowie das Netzwerk dieses Vereins nutzen“, sagt Vorstandsmitglied Sybille Körholz.

Zur Festlegung gemeinsamer Ziele haben sich die soziokulturell interessierten Bürger im Calwer Landratsamt getroffen und den Verein aus der Taufe gehoben. In das Programm sollen auch kulturelle Angebote für Flüchtlinge und Seminare für Flüchtlingshelfer aufgenommen werden. Ein wichtiges Anliegen ist in diesem Zusammenhang die Verarbeitung v kriegsbedingter Traumata. Auf diesem Gebiet möchte man besonders den ehrenamtlichen Helfern Hilfestellung geben. Toleranz, Völkerverständigung und friedliches Miteinander werden angestrebt.

Für wichtig halten die Verantwortlichen die Integration von Menschen unterschiedlicher ethnischer, geografischer und sozialer Herkunft. Derzeit hat der junge Verein erst rund 15 Mitglieder. Er arbeitet gemeinnützig und kann daher zur Unterstützung seiner Arbeit auch Spendengelder entgegennehmen.

„Der Satzungszweck wird durch Kultur-Bildungs- und Begegnungsangebote verwirklicht“, heißt es in der neuen Vereinssatzung. Dazu gehören Musikangebote, insbe- sondere Jazz und Klassikkonzerte, Präsentationen der dar- stellenden Kunst, die Pflege der Bildenden Künste, der Literatur sowie Seminare und Workshops. „In Calw gab es bisher keinen solchen Verein, der ein Netzwerk für unterschiedliche kulturelle Aktivitäten ermöglicht hätte“, so Landrats-Vize Frank Wiehe.

Bei dem Treffen wurden schon ganz konkrete Veranstaltungen geplant. Als besonders wichtig wurde dabei die Notwendigkeit gesehen, Begegnungsmöglichkeiten für Menschen unterschiedlicher Kulturen anzubieten.

Besondere Konzerte

Am 1. Juli wird es eine Veranstaltung zum Thema „Traumatherapie“ geben. Am 29. und 30. September wird das zehnjährige Bestehen der beliebten Musikreihe „Jazz am Schießberg“ mit besonderen Konzerten gefeiert. Karin Kriese und Fausto Ruque wollen eine Bläsergruppe für Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren ins Leben rufen. „Sie ist für junge Menschen gedacht, die keine Zugangsmöglichkeit zu be- zahltem Musikunterricht haben. Der Unterricht soll durch Patenschaften finanziert werden“, erläutert Kriese.

Die Musikpädagogin und ihr Partner möchten für ihr soziales Projekt, für das es bereits Vorbilder in Venezuela und Ecuador gibt, sowohl einheimische Jugendliche als auch junge Migranten ansprechen. Dazu soll Kontakt mit der Werkrealschule Calw aufgenommen werden.

Der Vorstand des neuen Vereins besteht aus folgenden Personen: Urs Johnen (erster Vorsitzender), Sybille Körholz (zweite Vorsitzende), Rolf Johnen (dritter Vorsitzender) und Lothar Hudy sowie Fausto Ruque (beide Beisitzer).

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